Platte der Woche: The Coral - Distance Inbetween

Platte der Woche: The Coral – Distance In Between

Die Aufregung war groß, als am Donnerstag Abend in einer der vielen Kisten mit neuen Schallplatten die neue LP von The Coral auftauchte. Viele Dodos haben nämlich eine große Vorliebe für die Band und die Vorfreude auf das mittlerweile zwar schon siebte Album der Band, dem aber fünf Jahre ohne neues Material vorausging, war dementsprechend immens. Ebenso groß ist hier momentan vermutlich nur die kollektive Vorfreude auf das neue Album der Last Shadow Puppets.

Logisch also, dass „Distance In Between“ direkt auf dem Plattenteller landete und den Laden beschallte. Und irgendwie setzte bereits bei den ersten Tönen ein Gefühl des Heimkommens nach fünf Jahren Sendepause ein. Zwar veröffentlichte die Band im Jahr 2014 ein Album, bei „The Curse Of Love“ handelte es sich jedoch um Aufnahmen von 2006, die erstmals ohne Gitarrist Bill Ryder-Jones statt fanden, der die Band später komplett verlassen sollte. Dieser hatte erst im November des vergangenen Jahres mit „West Kirby County Primary“ ein durchaus überzeugendes Album vorgelegt, auch wenn der minimalistisch anmutende Folk für den einen oder anderen Dodo zunächst etwas gewöhnungsbedürftig anmutete. Aber zurück zu „Distance In Between“.

Nüchtern betrachtet (und das ist als Fan bekanntermaßen sehr schwierig) bietet das Album, das in nur einem Durchgang komplett eingespielt wurde, nicht viel Neues. Nach dem ersten Hördurchlauf zeigten sich die Dodos sogar enttäuscht, weil die Songs im Hintergrund etwas vor sich hin dümpelten. „Distance In Between“ haut einen sicherlich nicht direkt von den Socken. Behält man die nüchterne Betrachtung bei könnte man sagen, The Coral spielen das, was sie können und für das sie von den Dodos (und nicht nur denen) geliebt werden. Große Experimente im Songwriting sind Fehlanzeige und trotzdem legt „Distance In Between“ nach einigen Hördurchgängen eine „Frische und Dynamik“ an den Tag, die viele der Band nach der langen Pause nicht mehr zugetraut hätten. „Wenn es gut klingt, dann ist es auch gut“ heißt es passend an einer Stelle des Label-Pressetextes.

Die Dodos sind im Herzen Engländer

Faszinierend ist an dieser Stelle die komplett unterschiedliche Wahrnehmung des Albums in der englischen und deutschen Musikpresse. In der Heimat zeigt man sich begeistert von Album Nr. 7: „A caleidoscopic comeback from one of Liverpool´s best bands“ (NME), „The most welcome comeback of the year so far“ (The Independent), „The greatness of these songs is undeniable“ (Q) plus 4 Sterne von Mojo und The Times. Hierzulande fallen die Kritiken weit nüchterner aus. Der Musikexpress gibt drei von sechs Sternen und auf laut.de wird von „rauen Psychedelic-Reminiszenzen mit deutlichen Längen“ geschrieben. Die Dodos sind in diesem Fall Engländer im Herzen und legen euch „The Distance In Between“ wärmstens ans Herz.

Das Album erscheint auf schwarzem Vinyl, eine CD liegt bei. Also schaut ab Montag bei uns im Laden vorbei oder sichert euch die Platte im Online Shop. Was es diese Woche sonst noch Neues gibt, haben wir in einem Artikel für euch aufgelistet.

Der Dodo (91 Posts)

Der Dodo gilt seit 1690 als ausgestorben. Das ist natürlich vollkommener Unsinn. Im Berliner Stadteil Schöneberg hat er ein schönes Reservat gefunden, in dem er sich seiner großen Leidenschaft widmen kann: der Vinyl Schallplatte!


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