Vier Metal Vinyl Tipps von Dodo Matti

Endlich hat das neue Jahr neuheitentechnisch so richtig angefangen. Und quasi täglich trudeln bei uns Ankündigungen toller neuer Alben rein (abonniert am besten direkt den Newsletter, um stets auf dem Laufenden zu bleiben). Wir haben unseren Dodo Matti (aka Matthias Mader), der bei uns den Metal Dungeon betreut, gebeten ein paar Tipps für Fans der musikalisch etwas härteren Gangart aufzulisten. Dabei handelt es sich um leicht angepasste Rezensionen, die er fürs Heavy-Metal-Magazin Rock Hard verfasst hat.

King Diamond – Songs For The Dead Live

Nun, King Diamond ist nicht gerade der Fleißigste, wenn es darum geht, neues Vinyl in die Läden zu hieven. Versprochen hat er allerdings, dass 2019 noch mindestens (!) ein neues Studio-Album erscheinen soll. Bis es soweit ist, können sich die Fans erst einmal mit „Songs For The Dead Live“ vergnügen, das sowohl optisch als auch akustisch die absolute Vollbedienung in Sachen King Diamond bietet. Geboten werden zwei komplette Shows mit allerbestem Sound (The Fillmore Philadelphia 2015 sowie Graspop Metal Meeting 2016).
Wer King Diamond im Jahre 2014 auf seiner kurzen Deutschland-Tournee live erlebt hat, wird jene Veröffentlichung bereits sehnsüchtig erwartet haben. Nach fünfjähriger Wartezeit ist es nun so weit. Die Songauswahl ist über jeden Zweifel erhaben und setzt den Schwerpunkt auf das „Abigail“-Album, ohne mit „Melissa“ und „Come To The Sabbath“ zwei unverzichtbare Mercyful Fate-Klassiker zu ignorieren. Hier vorbestellen!

Rosy Vista – Unbelievable

Unglaublich. Aber wahr. Rosy Vista aus Hannover gelten gemeinhin als die allererste Frauen-Hardrock-Band Deutschlands. 1985 veröffentlichten die Damen auf Noise Records eine Mini-LP. Die milde ausgedrückt stiefmütterliche Behandlung seitens des damaligen Labels Noise Records um Karl-Ulrich Walterbach führte allerdings 1989 zu ihrer viel zu frühen Auflösung. Schlappe 30 Jahre später wird mit „Unbelievable“ jetzt tatsächlich das Debüt-Album „nachgereicht“. 2019 stehen Rosy Vista längst nicht mehr allein auf weiter Flur, sondern müssen sich international an aufstrebenden All-Girl-Formationen wie den Amorettes, Thundermother oder Thunderpussy messen lassen. Was die Hannoveranerinnen allerdings ziemlich kalt lassen sollte, denn Rosy Vista sind nach wie vor eine Klasse für sich und haben es ganz sicher nicht nötig, auf die Konkurrenz zu schielen. Stücke wie der eingängige Opener „Crazy“ oder das durchdringende „Sadistic Lover“ rocken ohne Unterlass – Frontfrau Andrea Schwarz singt dabei die gesamte Konkurrenz locker an die Wand. Ein ganz starkes Comeback. Wie alle Steamhammer/SPV-Vinyls nobel aufgemacht, inklusive Textblatt und CD. Hier vorbestellen!

Trauma – As The World Dies

Trauma. Da war doch was? Richtig. Die erste Band des leider viel zu früh verstorbenen Metallica-Bassisten Cliff Burton. Nach dem Debüt „Scratch And Scream“ war 1984 erst einmal Schicht im Schacht. Aber schon das Comeback-Album „Rapture And Wrath“ gepaart mit einem Auftritt auf dem Headbanger’s Open Air Festival vor ein paar Jahren ließ aufhorchen. Und das neue „As The World Dies“ ist noch einen Tick besser. Wer die neue Metal Church mag, wird die Platte geradezu verschlingen. Viel besser geht Bay Area Thrash Metal (mit starkem Euro-Einfluss) 2019 nicht. Achtung, streng limitierte Edition, deswegen Vorbestellung empfohlen. Die letzte LP war bereits im Vorverkauf komplett vergriffen und Pure Steel pressen bekanntlich nicht nach. Hier vorbestellen!

Dream Theater – Distance Over Time

Das letzte Album „The Astonishing“ war sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Aber mit „Distance Over Time“ wetzen die Prog-Metal-Götter Dream Theater diese Scharte locker wieder aus. Das neue Material ist eine ganz bewusste Rückkehr zu den Roots. John Petrucci, James LaBrie und ihre Mitstreiter wagen wieder mehr Metal. „Distance Over Time“ ist eine echte Teamleistung. Man merkt der Scheibe an, dass sich die gesamte Belegschaft mehrere Monate in einem Landhaus in der Einöde des Bundesstaats New York eingeschlossen hat, um mit viel Liebe zum Detail an mitreißenden Stücken wie „Room 137“ oder „Out Of Reach“ zu werkeln. Die größte Überraschung nennt sich allerdings „Viper King“. Alle Wege führen zu Rush. „Viper King“ ist Dream Theaters „Red Barchetta“. Hier vorbestellen!

Der Dodo (91 Posts)

Der Dodo gilt seit 1690 als ausgestorben. Das ist natürlich vollkommener Unsinn. Im Berliner Stadteil Schöneberg hat er ein schönes Reservat gefunden, in dem er sich seiner großen Leidenschaft widmen kann: der Vinyl Schallplatte!


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